Der Euro im Sinkflug – und wir baden es wieder aus!

Für den Euro geht es steil bergab. Im Sturzflug! Von 1,22 im Mai 2021 fiel der Kurs am 12.07.2022 auf 1,00 US-Dollar. Tiefster Stand seit 2002.

Warum ist der Euro so schwach? Es gibt mehrere Gründe! Die Furcht vor wirtschaftlichem Absturz geht um. Verschärft durch die Sanktionen gegen Russland, die die eigene Wirtschaft schwächen. Commerzbank Kommentar: “Die Rezessionsängste in Europa verschärfen sich”.

Rolle der Europäischen Zentralbank EZB Weiterer Grund für die Euro-Schwäche: die Geldpolitik der EZB. Viele Notenbanken, insbesondere die US-Notenbank, haben der hohe Inflation den Kampf angesagt und ihre Leitzinsen deutlich angehoben. Die EZB stellt aber eine der wenigen Ausnahmen dar. Im Juli sollen die Leitzinsen erstmals seit elf Jahren steigen – um 0,25 Prozentpunkte. Im Vergleich zu anderen Notenbanken ein mickriger Wert.

Warum dieser niedrige Zins? Grund sind die EU-Pleitestaaten Griechenland (193), Italien (151), Portugal (127), Spanien (118), Frankreich (113), Belgien (108) und Zypern (103). In Klammern ist das Verhältnis der Staatsschulden im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt angegeben. Das heißt, die Verschuldung Griechenlands ist 193% dessen, was in Griechenland in einem Jahr erwirtschaftet wird. Griechenland wäre seine Schulden nur dann los, wenn alle staatlichen Ausgaben der nächsten fast 2 Jahre ausschließlich in die Schuldentilgung fließen und alle Staatsausgaben (Renten, Gehälter, Investitionen) auf null reduziert würden. Und für Frankreich sorgt zu Lasten Deutschlands die Französin Lagarde als EZB Chefin. Wundert`s jemanden?

Wenn die Zinsen steigen, müssen diese Staaten für ihre Anleihen höhere Zinsen zahlen. Die Verschuldung steigt weiter. Also hält die EZB den Zins künstlich niedrig durch Ankauf von mehr als 4.400 Milliarden Euro Staatsanleihen. Mehr als das Doppelte des gesamten Schuldenberges, der seit 1949 von allen Bundeshaushalten aufgetürmt wurde. Der Clou: Die EZB druckt sich das Geld für diese Käufe selber. Je mehr sie kauft, desto mehr Geld bringt sie in Umlauf, heizt die Inflation an.

Warum das alles? Damit die EU diese Länder in der Euro-Zone hält. Die Sparer in der EU finanzieren mit ihrem Zinsverzicht auf Sparanlagen die desaströse Wirtschaftspolitik dieser Staaten und der EU. Den deutschen Sparer kostete das von 2010 – 2017 insgesamt 436 Milliarden Euro. Neuere Zahlen gibt es nicht! In den letzten 5 Jahren dürfte nochmals der gleiche Betrag hinzugekommen sein. Das heißt: der deutsche Sparer musste auf rund 900 Mio € Zinsen verzichten. Ja, die EU ist schon ein tolles Projekt! Fragt sich: für wen? Es macht immer weniger Sinn, in der EU bzw. dem Euroraum zu sein.

Was sind die Nachteile? Die Schwäche des Euro kommt bei hohen Inflationsraten ungelegen. Je niedriger der Wechselkurs der „Gemeinschaftswährung“ ist, desto stärker sind andere Währungen. Nach Deutschland importierte Waren werden teurer, die hohe Inflation nochmals angeheizt. Aktuell 7,6%,  2,5% mehr als im Februar, dem Beginn der Sanktionen.

Was ist zu tun? Für 57% hierzulande ist „Inflation“ die größte Sorge. Die Einstellung der Sanktionen gegen den Energielieferanten Russland wäre ein Mittel, die energiegetriebene Inflation, zu mildern. Ein weiteres wären Steuersenkungen (MwSt) auf Produkte des täglichen Bedarfs. Ist das mit dieser Regierung wahrscheinlich?